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Wer die Entstehungsgeschichte der Deutschen verstehen will, der kommt um die Schlacht im Teutoburger Wald nicht drum rum. Natürlich gab es zu diesem Zeitpunkt noch kein Deutschland oder eine deutsche Nation.

Germanen waren in unterschiedlichsten Sippen behaftet, oftmals waren diese untereinander verfeindet. Es waren aber die Römer, die neue Gesetze, Regeln und ein neues Leben nach Germanien brachten. Diese Weltmacht „Rom“ war für die Germanen sicherlich sowas, wie heute der Marvel Film uns Supermann verkaufen will. Eine Übermacht, mit der sich schön viele angelegt haben und doch gewannen die Römer.

Hermann musste nicht nur die germanischen Stämme einigen und davon überzeugen, dass sie nur zusammen und gut organisiert eine Chance gegen die römischen Invasoren haben.

Allein diese Fähigkeiten zeigen uns, was für ein Charakter dieser Mann gehabt haben muss. Die Schlacht, wo auch immer diese stattgefunden hat, hat dafür gesorgt, dass die Römer von den Germanen abließen. Nur so konnte sich die Nation Deutschland entwickeln, die wir heute kennen.

So genug der geschichtlichen Erzählungen, widmen wir uns den beiden Reise- und Fotozielen.

Als Erstes ging es zum Hermannsdenkmal und schon von der Straße aus konnte man das Denkmal sehen, mitten im Wald.  Schon bei der Hinfahrt hielt ich Ausschau nach dem Denkmal, ich dachte mir, so ein großes Denkmal kann man nicht übersehen.

Hermannsdenkmal

Blick auf das Hermannsdenkmal

Vom Parkplatz aus folgte ich der Beschilderung und bin von der Rückseite aus ans Denkmal gekommen. Zum Glück war an dem Tag nicht soviel los und man konnte die Augenblicke abwarten, wo wenig Menschen auf dem Bild waren.

Das Schwert trägt die Inschrift:

DEUTSCHE:EINIGKEIT:MEINE:STAERKE
MEINE:STAERKE:DEUTSCHLANDS:MACHT

Mit dem Bau wurde 1838 begonnen. Schon vor Baubeginn, aber auch infolge des Baus entstanden überall in Deutschland Vereine, die erfolgreich Gelder für das Denkmal sammelten.[1] So berichtet etwa Heinrich Heine 1843 und 1844: „… zu Detmold ein Monument gesetzt; hab selber subskribieret.“[2]

1846 wurde der Sockel des Denkmals fertiggestellt. In der Reaktionsphase nach der Revolution von 1848 ruhte der Bau bis 1863. Es fehlte in dieser Zeit sowohl das finanzielle als auch das politische Interesse, den Bau weiterzuführen. Diesen Zustand reflektiert die letzte Strophe von Joseph Victor von Scheffels Als die Römer frech geworden (1849).[3] Erst mit dem Besuch des preußischen Königs im Juni 1869 am Bauplatz und nachfolgend mit der Gründung des Deutschen Reiches nach dem Deutsch-Französischen Krieg (1870–1871) wurde das Denkmalsprojekt wieder populär. Der Reichstag bewilligte 10.000 Thaler für den Weiterbau, Wilhelm I. spendete die gleiche Summe. Der größte Betrag von 37.500 Thalern kam jedoch von privater Seite durch Spenden der Bevölkerung; weitere 1.082 Thaler gab Franz Joseph I., andere deutsche Fürstenhäuser überwiesen 13.500 Thaler und aus dem Ausland trafen 1.500 Thaler ein. Der Kostenaufwand belief sich insgesamt auf 90.000 Thaler. Ernst von Bandel hatte von Beginn an auf ein Künstlerhonorar verzichtet. Damit kostete das Denkmal nur die Hälfte wie etwa

Dem Erbauer sei Dank!

Ernst von Bandel, der Erbauer des Denkmales

die Bavaria.[4]

Die Entstehung des Denkmals ist nicht von seinem Erbauer, dem Bildhauer Ernst von Bandel zu trennen. Dieser widmete sich zeitlebens dem Denkmalprojekt und versuchte insbesondere in der Zeit der Bauunterbrechung weitere finanzielle Unterstützung für die Vollendung zu finden. Während der Arbeiten lebte Bandel zeitweise in einem unterhalb des Denkmals errichteten Blockhaus, der Bandel-Hütte. Bandel konnte die feierliche Einweihung im Jahr 1875 noch erleben; er starb 1876.

 

Die Bandel-Hütte wurde am Morgen des 28. Dezember 2021 durch ein Feuer zerstört.[5]

 

Weiter gehts

Nur ca. 20 Kilometer entfernt sind die Externsteine zu Hause.
Stonehenge des Teutoburger Waldes werden diese wunderbaren Steine auch genannt. Mythischer Kraftort und imposantes Naturdenkmal: über die Externsteine im Teutoburger Wald gibt es viele Rätsel, wer sie selber gesehen hat, ist von dieser Natur beeindruckt.

Before and after. Impressive visit to the Externsteine. Edited with Photoshop and Lightroom.

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